Sonntag, 6. Mai 2012
Nachts im Museum
Böses Betongrau: Nobelherberge für die hiesige Hochkultur.
Das Bildermuseum. Achtzig Millionen wurden verrührt.
Eine kaum zu öffnende Eingangstür. Im Inneren riesige Höhen und Treppen, damit man sich schön kleinwurmig vorkommt. Demut atmend.
Schwindelerregend.
Fast vier Meter hohe Klotüren! Gepflanzte Stieleichen für sechstausend Euro das Stück wurden mangels Gießlaune vertrocknet wieder ausgebuddelt. Psst!
Im Kellergeschoss künden alte Holländer von vergangener Virtuosität unterm Firnis. Nichts Verkopftes. Feine Pinselstriche. Wahrhaft kunstvoll. Unterm Dach mit dem einzigen Tageslicht nun auch die Gegenwärtigen, und beim Schauen ereilt mich eine lustlose Flüchtigkeit, die mich vorbei an interpretationslüsternen Betrachtern, mit mehrsprachigem Kunsterklärer im Ohr, zurück zur Garderobe ins Erdgeschoss schickt.
Das Bildermuseum. Achtzig Millionen wurden verrührt.
Eine kaum zu öffnende Eingangstür. Im Inneren riesige Höhen und Treppen, damit man sich schön kleinwurmig vorkommt. Demut atmend.
Schwindelerregend.
Fast vier Meter hohe Klotüren! Gepflanzte Stieleichen für sechstausend Euro das Stück wurden mangels Gießlaune vertrocknet wieder ausgebuddelt. Psst!
Im Kellergeschoss künden alte Holländer von vergangener Virtuosität unterm Firnis. Nichts Verkopftes. Feine Pinselstriche. Wahrhaft kunstvoll. Unterm Dach mit dem einzigen Tageslicht nun auch die Gegenwärtigen, und beim Schauen ereilt mich eine lustlose Flüchtigkeit, die mich vorbei an interpretationslüsternen Betrachtern, mit mehrsprachigem Kunsterklärer im Ohr, zurück zur Garderobe ins Erdgeschoss schickt.
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Mittwoch, 18. April 2012
Amtshase

Nach einem langen Tag im sysiphistischen Dienst für die Menschengesundheit huschte ich mit der leinenlosen Assistentin Lana noch schnell durchs Unterholz.
Auf dem Weg zum Auto hielt ein anderes neben mir, Fahrerfenster runter und es lehnte sich ein uniformierter Stadtbediensteter hinaus: "Hier haben wir Leipzich, da is Leinenzwang!!!"
"Oh, Sorry, habe meine Leine im Auto, das steht dort in etwa 8 Metern Entfernung."
Da bellt es aus dem Eisenachauto: "Nähm´sen gurz", nähm´sen gurz, aber schnell!!"
"Wie? Kurz?, da ist nur ein Halsband, bin doch gleich am Auto", entgegne ich verständnisarm.
"Also! Das kostet hundert Euro!"
Ich: "Wenn Sie etwas von mir möchten, dann steigen Sie bitte aus, legitimieren Sie sich und überhaupt, ich würge meinen Hund jetzt nicht am Halsband",entgegne ich nun doch genervt. Bin einen Meter vom Auto weg. Lana brav neben mir. Der diensteifrige Amtshase, schreit was von gelber Karte und von teuren Folgen.
Ich habe schlagartig jedwede Art von fordernden, unfreundlichen Mitbürgern satt -Respekt vor Obrigkeiten kam mir schon zu Ostzeiten abhanden - reiße meinen Mund scheunentorgroß auf und intoniere, dass er mich mal kreuzweise könne und sich ins Knie f***en solle, und ich würde gleich ein Bußgeldabo nehmen. Also manchmal habe ich schwache Nerven... Lana rein ins Auto. Der Typ macht sich Notizen. Ich lasse ihn stehen.
Auf dem Land jogge ich mir diesen Ärger weg, Lana dabei. Neben mir. In der kühlen Dämmerung.
Ich wundere mich über die bizarre Form des Stöckchens welches sie brav trägt, dann sehe ich es:

Das Bein eines (Taxi,-Amts und sonstwasfürein)Hasen!

Guter Hund! Feine Maus!
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Sonntag, 15. April 2012
Anhaltinisch
Sonniger und bewegter Samstag. Ich war schon lange nicht mehr dort.

In der Gegend der Wettiner, im Mannsfelder Land der roten Erde, der Halden, der Windräder
und netten Leute, die man selten sieht. Beim
Kreuzbuben
sind einige bunte Gestalten zu treffen. *edit:Das sind aber eher Außerirdische denn Bewohner.
Ich bin in der Nähe aufgewachsen. Es fühlt sich nach all den Jahren irgendwie fremdländisch an. Keine Ahnung wieso. Vielleicht weil ich nie den Dialekt der Kindheit angenommen habe und frühzeitig in die Rolle einer allenfalls neugierigen, sächsisch assimilierten Besucherin geschlüpft bin.

Es gibt wunderschöne Orte, verschlafen, weil man kaum jemanden trifft.Restauriertes neben charmantem Verfall oder unbehandelter Konservierung der Vergangenheit. So viele Telegrafenmasten gibt es vielleicht nur noch in Meckpomm oder?

Vielerorts blieb die Zeit der bunten Kittelschürze stehen. Da wird man plötzlich zum Voyeur. Staunt über die Einfachheit, unterdrückt leicht beschämt den Anflug von romantischer Verzückung angesichts des längst überholten Komforts.

Die Schönheit der Orte - ich erwähne nur mal Löbejün und Rothenburg scheint unbemerkt. Nicht ein einziger Touristenbus. Es ist Samstag und schönes Wetter. Nein, sie fehlen mir nicht. Aber es fühlt sich ungewohnt an. Ich ernenne mich zur strömenden Individualreisenden. Die Gegend ist einen erneuten Besuch wert. Unbedingt. Nicht nur Schultze gets the blues.

In der Gegend der Wettiner, im Mannsfelder Land der roten Erde, der Halden, der Windräder
und netten Leute, die man selten sieht. Beim
Kreuzbuben
sind einige bunte Gestalten zu treffen. *edit:Das sind aber eher Außerirdische denn Bewohner.
Ich bin in der Nähe aufgewachsen. Es fühlt sich nach all den Jahren irgendwie fremdländisch an. Keine Ahnung wieso. Vielleicht weil ich nie den Dialekt der Kindheit angenommen habe und frühzeitig in die Rolle einer allenfalls neugierigen, sächsisch assimilierten Besucherin geschlüpft bin.

Es gibt wunderschöne Orte, verschlafen, weil man kaum jemanden trifft.Restauriertes neben charmantem Verfall oder unbehandelter Konservierung der Vergangenheit. So viele Telegrafenmasten gibt es vielleicht nur noch in Meckpomm oder?

Vielerorts blieb die Zeit der bunten Kittelschürze stehen. Da wird man plötzlich zum Voyeur. Staunt über die Einfachheit, unterdrückt leicht beschämt den Anflug von romantischer Verzückung angesichts des längst überholten Komforts.

Die Schönheit der Orte - ich erwähne nur mal Löbejün und Rothenburg scheint unbemerkt. Nicht ein einziger Touristenbus. Es ist Samstag und schönes Wetter. Nein, sie fehlen mir nicht. Aber es fühlt sich ungewohnt an. Ich ernenne mich zur strömenden Individualreisenden. Die Gegend ist einen erneuten Besuch wert. Unbedingt. Nicht nur Schultze gets the blues.
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